Vereins Chronik

 

 

 Auszüge aus der Jubiläumsschrift zum Anlass 

75 Jahre

Reit- u. Fahrverein Billwerder v. 1924

 

 

 Zusammengestellt von Dietwart Asmus

 

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1924 — 1937

 

Nach dem 1 .Weltkrieg lag die bäuerliche Pferdezucht danieder. Das landwirtschaftlich genutzte Pferd wurde mehr und mehr durch den Motor ersetzt. Hier hatte nun der legendäre Oberstallmeister Dr. Gustav Rau die Idee, die heimische Pferdezucht und die Ausbildung der jungen Landwirte am Pferd durch Bildung ländlicher Reitvereine wieder zu fördern

 

Eines landesweiten Aufrufes folgend, gründeten billwärder Landwirte den

 

„Reit- u. Fahrverein Billwärder an der Bille“.

 

Die Gründungsversammlung fand am 6. März 1924 um 20 Uhr im Lokal des Herrn Carl Behn (Kanzler) statt. Aus dem Inhalt des Versammlungsprotokolls ist Folgendes zu entnehmen:

 

 

Damit war der Verein zunächst gegründet. Förderer des Vereins waren die passiven Mitglieder, die aus Biliwärder und Ober-Billwärder stammten. Die Landwirte stellten ihre Pferde, die in dei Woche Feldarbeit leisteten, den aktiven Mitgliedern zur Verfügung.

 

Es gab natürlich noch weitere Regularien, die im Laufe des Jahres durch vier weiter Versammlungen besprochen und beschlossen wurden. Unter anderem wurde ein Kassierer (Paul Bruns), zwei Kassenrevisoren (Hans Graumann, Ernst Stubbe) sowie zwei Beisitzer (Hans Graumann, Friedrich Schmidt) hinzu gewählt. Natürlich ging es auch um das Finanzielle.

Festgesetzt wurde das Eintrittsgeld (5,-- RM) und der Jahresbeitrag (6,-- RM), wobei die passiven Mitglieder den Beitrag halbjährlich bezahlen konnten. Im Laufe des Jahres wurde noch die Wahl eines neuen 2.Vorsitzenden (Hans Graumann) und des Schriftwartes (Adolf Knoblauch) erforderlich, wobei gleichzeitig auch ein neuer Beisitzer (Willi Stubbe) gewählt werden mußte.

 

Die aktiven Mitglieder stellten die Reitabteilung. Um auch nach außen bin einen guten und einheitlichen Eindruck hervorzurufen, wurde die Anschaffung von Reiterkappen beschlossen. Leider mußten die Reiter immer wieder daran erinnert und ermahnt werden, „strenge Disziplin zu wahren und unbedingten Gehorsam gegen den Kommandeur sich zur vornehmsten Pflicht zu machen. Die Ausbildung im Reiten ist ein Ersatz für die fehlende Militärzeit, die das beste Erziehungsmittel zum Gehorsam gewesen wäre “. Über die Durchführung eines evtl. Reiter- festes wurde nachgedacht und diskutiert.

 

Damit hatte das Gründungsjahr voll in die Vereinsarbeit eingegriffen, was auch auf der 1.Generalversammlung zum Ausdruck kam. Dem Verein gehörten bisher 24 passive und 10 aktive Mitglieder an. Die Reitabteilung beteiligte sich am 27.7.24 an einem Reiterfest in Allermöhe sowie an der Fuchsjagd des Allermöher-Moorfleeter-Reitbrooker-RuFV. in den Boberger Dünen. Die Kasse schloß mit einer Einnahme von RM 256,55 und einer Ausgabe von RM 153,60 ab und wurde von den Revisoren für richtig befunden.

 

Die erste Generalversammlung nach der Gründung wurde am 25.März 1925 einberufen und hatte folgende Tagesordnungspunkte:

1) Verlesung der Niederschrift

2) Jahresbericht

3) Bericht der Revisoren

4) Satzungsgemäße Vorstandswahl

5) Wahl zur technischen u. Abschätzungs-Kommission

6) Verlesung der Verbandsvorschriften

7) Aufnahme neuer Mitglieder

8) Verschiedenes.

Alle Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt. Zum Delegierten des Verbandes wurde Otto Siemers, zur Technischen- und Richard Bruns sen. zur Abschätzungs-Kommission ernannt. Zwecks Werbung neuer Mitglieder wurde vorgeschlagen, interessierte Billwärder anzusprechen. Auf allgemeinen Wunsch wurde für den Pfingstmontag ein Geländeritt in Aussicht genommen. Hierauf erfolgte die Aussprache, zwecks Abhaltung eines Turniers. Otto Siemers wollte dazu seine Weide zur Verfügung stellen. Zwecks Anschaffung einer Standarte, erklärte sich Oberwachtmeister Hoeffer bereit, von Fleck, Hamburg, ein Preiscourant einzuholen. Helmuth Odemann forderte dann die aktiven Mitglieder auf, die Reitstunden regelmäßig zu besuchen, um den Deutschen Pferdesport in jeder Weise zu hegen und zu pflegen. Ein neues Mitglied (Paul Bruns) konnte begrüßt werden.

 

Die Reitabteilung mit Reitlehrer Hoeffer

 

Das Vereinsjahr stand ferner unter dem Zeichen eines großen Reiterfestes, das im Herbst stattfinden sollte. Die Versammlungen (Vorstand u. Mitglieder) hatten alle als Hauptthema „Reit-, Spring- und Fahrturnier verbunden mit Standartenweihe“. Dazu gab es natürlich allerhand vorzubereiten: Wo sollte das Turnier stattfinden? Auf der von Ernst Bruns sen. zur Verfügung gestellten Weide oder, wie weiter vorgeschlagen, auf dem Frascatiplatz? Welche Vereine sollten eingeladen werden? Wie sollte die Festfolge (Prüfungen) aussehen? Eintrittspreise? Welche Preisrichter sollten eingeladen werden? Doch noch viele weitere Fragen mußten in dieser Sache geklärt werden, aber alles Dinge, die dem Leser sicher bekannt vorkommen. Was geschah sonst noch im Jahr. Der „Reit- u. Fahrverband der Hamburger Marschen“ wurde am 3.1. in Moorfleet gegründet. Es war der Zusammenschluß sämtlicher in den Hamburger Marschen bestehenden Reit- u. Fahrvereine. Am 24.5. Teilnahme an einem Turnier mit Standartenweihe beim RuFV Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook. Ferner wurde die Anschaffung von 15 aus hellblauem Tuch mit dem Hamburger Wappen angefertigte Decken auf Kosten des Vereins beschlossen. Während der Frühjahrs- und Herbstbestellung wurde das Reiten ausgesetzt. Frau Graumann u. Frau Odemann hatten eine Sammlung für die Anschaffung der Standarte durchgeführt, die einen Betrag von 690,-- RM erbrachte. 11 neue

Mitglieder wurden aufgenommen und wie erwähnt, fand schließlich das große Reiterfest am 9.8. bei herrlichstem Wetter statt.

 

 

Eingeladen waren die Reit- u. Fahrvereine: Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook, Ochsenwärder, Spadenland-Tatenberg, Vierlanden, Havighorst u. Umgegend, Kavalleristen-Verein Bergedorf Altrahlstedt u. Umgebung und der Fahr- u. Reitclub ‚Eintracht“ Wilhelmsburg.

 

Die Programmfolge sah vor:

 

a) Standartenweihe durch Pastor Blunk,

b) Vorführungen von Reitabteilungen,

1. RuFV Allermöhe-Moorfleet-Reitbrock (12 Reiter)

2. RuFV Ochsenwärder (11 Reiter)

3. RuFV Spadenland-Tatenberg (10 Reiter)

4. RuFV Vierlanden (10 Reiter)

5. RV Havighorst u. Umgebung (12 Reiter)

6. RuFV Billwärcler a.d.Bille (10 Reiter).

c) Materialprüfung für Wagenpferde im Zweispänner (o.M.),

d) leichtes Jagdspringen (Kl.A, Hindernisse 80 cm hoch),

e) Fahrwettbewerb für Einspänner und

f) schweres Jagdspringen (Kl.L, Hindernisse 1 m hoch).

 

Begleitet von einer Musikkapelle zog der Festumzug durch die reich geschmückten Straßen

vom „Gasthof zur Sonne“ zum „Frascatiplatz“ in Bergedorf.

 

 

Die Platzmusik hatte das Trompetenkorps des III./Artillerie-Regiment 56 übernommen.

 

Aufmarsch der Reitvereine zur Standartenweihe

 

 

 

Vom Verein hatten folgende Reiter teilgenommen: Prfg.b) Die Reitabteilung mit 10 Reitern, Pfrg.c) Hans Graumann, Richard Bruns u. Willi Stubbe, Prfg.d) Otto Siemers, R.M.Stubbe, Ernst Knoblauch, Helmuth Odemann, Richard Bruns u. Willi Stubbe, Prfg.e) Emma Siemers,

Willi Stubbe, Willy Krogmann, Friedrich Schmidt u. Ferdinand Bansen, Prfg.f) Richard Bruns u. Willy Krogmann.

 

Zum Abschluß fand ein Festball im Lokal von Wilh. Meyer „Portici“ statt. Zu erwähnen ist, dass die Turnierkasse mit 3.740,20 RIVI Einnahmen und 2.995,53 RM Ausgaben abschloß.

 

Am 4.10. fand dann noch eine Standartenweihe des Kavalleristen-Vereins in Bergedorf eine Fuchsjagd in den Boberger Dünen und zwei Geländeritte in die Umgebung von Bergedorf statt. Die am 5.12. statt gefundene Versammlung des Verbandes der Hamburger Marschen im „Gasthof zur Sonne“ in Bergedorf hatte zur Folge, das sich alle Reit- u. Fahrvereine im Hamburger Landgebiet zusammenschlossen, um unter dem Vorsitz des Reichskanzlers a.D., Geheimrat Dr.Cuno, den noch heute bestehenden „Landesverband der RuFV Hamburg“ zu gründen.

 

 

1926

 

Auf der Generalversammlung wurde beschlossen, den Beitrag für passive Mitglieder auf 10,-- RM festzulegen. Vom Verein wurden Veranstaltungen durchgeführt bzw. es wurde an Veranstaltungen teilgenommen. So wurde ein Geländeritt durchgeführt, der über Boberg, Glinde, Reinbek, Bergedorf und zurück stattfand. Auf dem Turnier vom RuFV Vierlanden konnte die Reitabteilung einen 2.Preis erzielen. Im September fand das 1. zweitägige Landesturnier in Hamburg-Farmsen statt, an dem auch die Reiter des Vereins teilnahmen. Zu Pferd und Kutsche ging es dorthin. Transporter gab es noch nicht. Hofbesitzer Otto Siemers gehörte als Mitglied der Turnierleitung dem Ehrenausschuss an. Dann gab es noch im Herbst die Fuchsjagd in den Boberger Dünen. Fahnennägel wurden durch die Reitabteilungen den Vereinen Vierlanden und Tatenberg zu ihren Standartenweihen überbracht. Überschattet wurde das Jahr durch den Tod des 2.Vorsitzenden, Hans Graumann, der am 28.11. einem schweren Kutschenunfall erlegen war. An der Trauerfeier nahmen alle Vereine der Hamburger Marschen mit ihren Standarten teil. Willi Stubbe übernahm den Vorsitz des Vereins. Oberwachtmeister Hoeffer legte sein Amt als Reitlehrer nieder und wurde zum Dank und Mitbegründer des Vereins zum Ehrenmitglied ernannt.

 

1927

 

Als neuer Reitlehrer übernahm H. Schohknecht den Reitunterricht. Der Mitgliederbestand hatte sich durch die Aufnahme 5 neuer Mitglieder auf 11 Aktive und 38 Passive erweitert. Der RV Havighorst erhielt die Genehmigung, die Reitbahn des Vereins zu nutzen. Wieder fand ein Geländeritt durch das bekannte Gelände statt. Eine wichtige Angelegenheit war die alljährliche Besichtigung der Reitabteilung durch die Herren der Landeskommission, Hptm. v.Vabrice, Rittm. v.Dietlein, Oberst a.D. Ehrhardt und Rittm.a.D. Blakeley. Der Ausbildungsstand fand immer lobende Anerkennung. Im Mai fand das Turnier des Vereins unter Beteiligung aller ländlichen Vereine wieder auf dem Frascatiplatz statt. Auch zum Landesturnier in Hamburg-Farmsen rückte die Reitabteilung aus. In diesem Jahr richtete der RuFV Ochsenwärder sein Turnier mit einer Standartenweihe aus. Mit einem Lorbeerkranz kehrte die Reitabteilung zurück. Der Reitlehrer nahm mit einer Standartenabordnung (Paul Bruns, Benno Stubbe, Franz Siemers) an dem Provinzial Landesverbandsturnier in Kiel teil. Geschlossen nahm die Reitabteilung an einem Festzug des Turnvereins „Billwärder“ teil. Eine Vielseitigkeitsprüfung, bestehend aus einem Geländeritt, Abteilungsreiten und Jagdspringen, veranstaltete der Landesverband in den Boberger Dünen.

 

1928

 

Der Verein wurde gerichtlich eingetragen (e.V.). Der § 2 der Satzung hatte folgenden

Inhalt:

 

Zweck des Vereins:

1. Die Förderung der hiesigen Pferdezucht

2. Die Förderung des Reit— u. Fahrsports

3. Die Gewöhnung der jungen Leute an Ordnung u. Disziplin

4. Die Pflege der Liebe zur Heimat u. das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Mitglieder

Dieses soll erreicht werden durch:

a) Unterricht in der Pferdepflege, Pferde beschirrung u. Sattlung

b) Unterricht im Reiten u. Fahren, Abhallung von Reit- u. Fahrübungen

c) Genaue Befolgung der gegebenen Befehle u. Anordnungen des Vorsitzenden u. des Reit

u. Fahrlehrers, sowie deren Stellvertreter

 

Das Eintrittsgeld wurde für aktive auf 5,-- RM und flur passive Mitglieder auf 15,-- RM neu festgelegt, wobei die aktiven Mitglieder freien Eintritt zu allen Veranstaltungen hatten. Sie hatten aber auch die Pflicht, an sämtlichen Reit- u. Fahrübungen sowie an den Veranstaltungen des Vereins teilzunehmen. Die Teilnahme an Turnieren war dann bis auf 1,-- RM frei, der Rest wurde von der Vereinskasse übernommen. Vom Landesverband wurde im Februar ein „Jung-Reitlehrer-Kursus“ angeboten, der in Aumühle unter der Leitung von Leutnant a.D. Hohoff stand. Die im März stattgefundene Generalversammlung des Landesverbandes fand in „Sagebiels-Etablisement“ statt. Außer der üblichen Besichtigung der Reitabteilung nahmen Reiter an folgenden Turnieren teil: Schwarzenbek-Dassendorf, Havighorst u. Umgebung, Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook Kirchwärder und am Landesturnjer auf der Trabrennbahn in Hamburg-Farmsen. Auf dem Landesturnier konnten keine Platzierungen erreicht werden, da infolge der schweren Landarbeit die Pferde zu sehr in Anspruch genommen waren. Durch den Neuzugang von 13 neuen Mitgliedern erreichte die Mitgliederzahl nunmehr 39 passive u. 9 aktive Mitglieder.

 

1929

 

Die Generalversammlung fand im Lokal des Herrn Hugo Kellinghusen vormals Carl Behn, statt. Die erwähnte Gaststätte, in der alle bisherigen Versammlungen stattfanden, ist das heute bekannte Restaurant „Zum Dorfkrug“. Die Hauptversammlung des Landesverbandes fand in diesem Jahr im Offizierskasino zu Hamburg statt. Der Reitverein Havighorst weihte auf seinem Turnier die Standarte ein. Auch die Besichtigung der Reitabteilung wurde wieder durchgeflhrt. An weiteren Turniereri nahmen die Reiter teil: Vierlanden und Spadenland.. Tatenberg. Auf dem Landesverbandsturier in Farmsen nahm lediglich eine Standartenabordnung teil. Als letzte Veranstaltung im Herbst die Fuchsjagd in den Boberger Dünen des Verbandes. Der Reitlehrer EI. Schohknecht legte sein Amt nieder und Franz Siemers übernahm zunächst die Nachfolge. Drei neue Mitglieder wurden aufgenommen.

 

 

1930

 

Als erste Veranstaltung fand das Turnier des Landesverbandes durchgeführt vom RuFV Billwärder, auf einer Weide von Hermann Peters in Ober-Billwärder statt. Alle hiesigen Reitvereine nahmen daran teil. Um 12 ¼ Uhr setzte sich der Festumzug durch den von den Bewohnern Billwärder‘s reich geschmückten Ort, unter Vorantritt einer Musikkapelle, in Bewegung. Leider beeinträchtigte das schlechte Wetter mit starken Regenschauern den Festumzug und das Turnier. Das Turnier begann um 13 Uhr. Als Turnierleitung fungierten Willi Stubbe, Helmuth Odernann und Adolf Knobloch. Ein Festball fand am Abend im „Heckaten“ statt. Weitere Turniere: Landesturnier in Farmsen und in Oschsenwärder Als letzte Veranstaltung die Fuchsjagd des Landesverbandes dieses Mal bei Aumühle mit einer anschließenden gemeinsamen Kaffeetafel bei Rieselbeck. Der Reichsbund für Zucht und Prüfung deutschen Warmblutes veranstaltete vom 6.18.12. im Rahmen für „Das Jahr des Pferdes“ einen Stafettenritt durch Deutschland. Die Stafette wurde am Morgen des 8.12. vom Reichsbahnof Moorfleet nach Schiffbek bis zur Hamburg-Berlin Chaussee von der Reitabteilung des Vereins (Benno Stubbe, Richard Bruns, Ehrenfried Claßen, Hermann Urban, Walter Piehl) gebracht und zur Weiterbeförderung an den Havighorster Reiterverejn übergeben. Drei neue Mitglieder wurden aufgenommen.

 

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1931

 

Zum 1 .Vorsitzenden wurde Adolf Knobloch gewählt, wobei Benno Stubbe den Schriftführerposten übernahm. Als neuen Reitlehrer konnte Karl Uhrbrock eingestellt werden. Wegen der schlechten Wirtschaftslage wurde das Eintrittsgeld gesenkt. Der derzeitige Mitgliederbestand: 8 Aktive und 38 Passive. Die Beiträge wurden für Aktive auf 3,-- RM und Passive auf 10,-- RM festgesetzt. Die Mitgliederversammlung des Landesverbandes fand in diesem Jahr auf dem HAPAG-Dampfer „Albert Baum“ statt. Der Dampfer konnte besichtigt werden und die Bewirtung wurde von der HAPAG-Direktion übernommen. Turnierveranstaltungen fanden nur in Allermöhe und Kirchwärder statt. Kirchwärder hatte 12 Prüfungen ausgeschrieben:

1. Vorprüfungen

2. Wettkampf der Reitervereine

3. Materialprüfung für Reitpferde (o.M.)

4. Eignungsprüfung für Reitpferde (o.M.)

5. Eignungsprüfung für Wagenpferde im Einspänner

6. Kirchwärder Jagdspringen

7. Trabrennen im Sattel

8. Materialprüfung für Zweispänner (o.M.)

9. Flachrennen für inländische Warmblutpferde

10. Goseelbe-Jagdspringen (Kl.L)

11. Hitscherberger-Jagdspringen (Kl.M)

12. Citronenrennen.

 

1932

 

Der Jahresbeitrag für passive Mitglieder wurde auf 8,-- RM gesenkt. Die Hauptversammlung des Landesverbandes war verbunden mit einer Dampferfahrt nach Helgoland. Auf dem Landesturnier in Farmsen konnte Ehrenfried Claßen einen 1.Preis (Preisgeld 40,-- RM) im Jagdspringen Kl.A erzielen. Von den 30 angebotenen Prüfungen mußten 14 Prüfungen wegen zu geringer Nennungen gestrichen werden. Dafür wurden 10 neue Prüfungen ausgeschrieben. Aus einer Aktennotiz ging hervor

„Der Vorstand des Landesverbandes Hamburg hat in seiner Sitzung am 16.9. beschlossen, sich an die Vereine mit der Bitte zu wenden, flüssige Gelder, die die Vereine auf der Sparkasse haben, gegen erhöhte Zinsen, ca. 2% und mehr, dem Landesverband Hamburg zu leihen. Rückzahlung am 1.2.33 oder 1.5.33 in Monatsraten. Sollte es auf diese Weise nicht gelingen, 2000,-- RM die der Landesverband Hamburg beim letzten Turnier in Farmsen zugesetzt hat, zusammenzubekommen, wird eine Umlage bei den Mitgliedern unvermeidlich werden “.

Weitere Turnierveranstaltungen wurden in Tatenberg (außer den üblichen Prüfungen gab es noch ein Barriere-Springen [Es wurden 6 gleichartige Hochsprünge nicht über 1,20m hoch gesprungen] u. eine Gewandtheitsprüfung [a) Maskenrennen, b) Zitronenrennen]) und Havighorst besucht. Die Fuchsjagd im Sachsenwald war in diesem Jahr mit einem Geländeritt mit Hindernissen verbunden. Der Reitlehrer Karl Uhrbrock wurde zum Ende des Jahres gekündigt. Sieben neue Mitglieder wurden aufgenommen. Der Mitgliederbestand: 10 Aktive, 38 Passive. Die Kasse wies einen Bestand von 126,-- RM aus. Als neuer Kassierer wurde Richard Bruns gewählt.

 

1933

 

Nun machte sich der politische Druck im Sportbereich bemerkbar. Es wurden vermehrte Austritte registriert. Daher wurde folgendes beschlossen, die Eintrittsgelder und den Jahresbeitrag herunterzusetzen und die Aktiven vom Beitrag zu befreien. Ob noch ein Turnier, wie beschlossen, stattgefunden hat, ist aus den vorliegenden Protokollen nicht ersichtlich. Im Vorstand gab es einige Änderungen. Ernst Kellinghusen übernahm die Position des Kassierers, Richard Bruns wurde Schriftführer und Benno Stubbe übernahm den Reitunterricht.

 

1934

 

Es wurde in diesem Jahr nur eine Versammlung abgehalten. Ein Gastredner, Hptm. Hoffmann, hielt einen Vortrag über die Neugestaltung der Reitvereine und deren zukünftige Arbeit. So wurden die Vorsitzenden zu Vereinsführern und die aktiven Reiter im Alter von 18- 35 Jahre der SA-Reiterei zugeführt. Der Verein selbst erhielt nunmehr die Aufgabe, Jugendabteilungen zu bilden und diese im Reiten, der Pferdepflege und zur Kameradschaft auszubilden. Dazu sollte eine tatkräftige Werbung durchgeführt werden. Von der Partei war geplant, im Mai eine große Sportwoche auf dem Heiligengeistfeld zu veranstalten. Die Reiterwettbewerbe sollten in Groß-Borstel stattfinden. Ob der Verein daran teilgenommen hat, geht aus den Archivunterlagen nicht hervor.

 

1935

 

Wiederum fand nur eine Versammlung statt. Dieses mal war das „Gasthaus zur Mühle“ von Adolf Krogmann der Versammlungsort. Der Jahresbericht lautete:

Über das verflossene Jahr ist nichts zu berichten.

Der Verein umfaßte derzeit 29 passive- und 4 aktive Mitglieder sowie einem Ehrenmitglied. Der Kassenbestand betrug 78,20 RM. Zum Schluß wurde noch der Jahresbeitrag für alle Mitglieder auf -,50 RM festgesetzt, um nicht einen zu hohen Kassenbestand zu erwirtschaften, da mit der Auflösung des Vereins zu rechnen war.

 

1936/1937

 

Nachdem 1936 keine Versammlung stattgefunden hatte, fand am 18.11.1937 eine

Generalversammlung zum Zweck der Auflösung des Vereins statt. Da aber zur Auflösung des Vereins die erforderliche 2/3 Mehrheit nicht vorhanden war, wurde zum 25.11.1937 eine außerordentliche Generalversammlung in das Lokal von Adolf Krogmann einberufen. Da Adolf Knoblauch vom Verband aufgefordert war, sein Amt als Vereinsführer niederzulegen, eröffnete als kommissarischer Vereinsführer Helmuth Odemann die Versammlung.

Anwesend waren: Benno Stubbe, Richard Bruns jr., Ernst Kellinghusen, Willi Kellinghusen und Adolf Krogmann. H. Odemann war beauftragt worden, den Verein aufzulösen und dem N.S.R.K. (Nationalsozialistisches Reiterkorps) zuzuführen. Es gab nur drei Tagesordnungspunkte zu beschließen:

1) Auf Anordnung des Sportbeauftragten, Senator Richter, haben sich die ländlichen Reit- u. Fahrvereine in das N.S.R.K. umzustellen

2) Die Revisoren haben die Kasse geprüft, die mit einem Plus von --,01 RM abschloß.  Dem Kassierer, Ernst Kellinghusen, wurde Entlastung erteilt.

3) Die Versammlung stimmte der Auflösung des Vereins zu. Das Inventar und das Vereinsvermögen wurde dem Trupp Billwärder des N.S.R.K. übereignet.

Alle Punkte wurden beschlossen.

Damit war die Auflösung des Vereins vollzogen und die Geschichte des Reit- u. Fahrvereins Billwärder a.d.Bille zu Ende.

 

Es folgte nun die tragische Zeit des so genannten „Dritten Reiches“, der alles Leben veränderte und schließlich zum 2.Weltkrieg führte.

***************

 

Die 1.Vorsitzenden von 1924 — 1937:

1924: Franz Siemers,

1926: Willi Stubbe,

1931: Adolf Knoblauch (ab 1934 Vereinsführer).

 

Ehrenmitglied:

1926 Oberwachtmeister Hoeffer.

 

Weitere Mitglieder stellten sich ehrenamtlich im Laufe der Jahre dem Vorstand zur Verfügung:

 

2.Vorsitzende: Hermann Bruns, Hans Graumann, Helmuth Odemann.

Schriftführer: Walter Bruns, Adolf Knoblauch, Benno Stubbe, Richard Bruns.

Kassierer: Paul Bruns, Richard Bruns, Ernst Kellinghusen.

Beisitzer: Hans Graumann, Friedrich Schmidt, Willi Stubbe, Helmuth Odemann, Willi

Krogmann, Carl Bansen, Ernst Kellinghusen, Johann Petersen.

Reitlehrer: OberwachtmeiSter Hoeffer, H. Schoenknecht, Franz Siemers, Karl Uhrbrock,

Benno Stubbe.

******************

 

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Reit- u. Fahrverein Billwerder v. 1924

Chronik und Geschichte

1948—1999

 

Nachdem 1945 der Frieden wieder eingekehrt war, ging es an den Wiederaufbau

Deutschlands. Wie auch andere Städte, lag Hamburg größtenteils in Trümmern. Nicht viel besser war es um die Landwirtschaft Billwerder bestellt, die als Folge des Krieges vollständig

zum Erliegen gekommen war. Um diesem Umstand zu begegnen und um diese wieder anzukurbeln, wurden die noch zur Verfügung stehenden Pferde als Arbeitskraft eingesetzt, zumal technisches Gerät, wie z.B. Traktoren, nicht zur Verfügung stand. In diesem Zusammenhang wurde sich auch wieder mit der heimischen Pferdezucht befaßt und diese gefördert.

Gerade hier erschien es wichtig, dass sich jemand um die Ausbildung der Pferde und der Reiter kümmerte. Die Söhne der Landwirte nutzten zwar die Gelegenheit, auf den noch zur Verfügung stehenden Pferden zu Reiten, jedoch ohne geregelten Unterricht. Dieser war jedoch wichtig, denn Tugenden wie Disziplin, Ordnung, und Pünktlichkeit waren stets das Aushängeschild und die Ideale der Reitvereine und gerade in den schwierigen Zeiten der Nachkriegszeit waren sie notwendiger denn je, um den Wiederaufbau Deutschlands zu gewährleisten. Daher trafen sich zunächst ehemalige Vereinsmitglieder am 21.7.1948, um über eine Neugründung bzw. eines Wiederauflebens des alten Vereins

„Reit- u. Fahrverein Billwärder an der Bille“

zu befinden.

Um diese Gedanken in die Realität umzusetzen wurde von Benno Stubbe am 21.11.1948 eine Versammlung einberufen, die im ehemaligen Vereinslokal „Karl Kanzler“ (heutiger Dorfkrug) stattfand. Neun ehem. Mitglieder waren gekommen, um über folgende Tagesordnungspunkte abzustimmen:

1. Wahl des Vorstandes.

1. Vorsitzender Benno Stubbe

Kassierer Erhard Laser

Schriftführer Jochen Bruns

Reitlehrer Herr Staffelt, der sich bereits seit einiger Zeit,

um die Ausbildung der Reiter, bemühte.

2. Neugründung oder Wiederaufleben.

Nach einer längeren Debatte einigte man sich, daß es eines Wiederauflebens sei, da ja der Verein 1937 aus politischen Gründen aufgelöst wurde. Der Name wurde beibehalten. Als Gründungstermin wurde der 6.3.24 festgehalten.

3. Besprechung der Satzungen und eventuelle Änderungen.

Die Satzung wurde übernommen.

4. Festsetzung der Beiträge für aktive und passive Mitglieder.

Die Mitgliedsbeiträge wurden wie folgt festgelegt:

passive Mitglieder 5,-- DM, aktive Mitglieder 3,-- DM

5. Besprechung über die bereits stattgefundene Fuchsjagd.

Die vom Verband der RuFV im Hamburger Landgebiet am 7.11.48 stattgefundenen Fuchsjagd in den Boberger Sanddünen verlief programmgemäß und endete mit einer gemeinsamen Kaffeetafel und einem Reiterball im Biliwerder Landhaus „Heckaten “.

6. Mitgliederwerbung.

1949 soll eine Mitgliederwerbung durchgeführt werden.

 

Es wurde die Fortsetzung des 1924 gegründeten Vereins beschlossen.

In der Zwischenzeit hatte sich bereits eine Reitabteilung von neun Reitern gebildet, die an der oben erwähnten ersten Fuchsjagd teilnahm.

 

1949

 

Auf der ersten Generalversammlung im Lokal „Zum Kanzler“, wurde der Vorstand durch Wahlen vergrößert. Es wurden nachgewählt Richard Stubbe zum 2.Vorsitzenden und zu Beisitzern Franz Siemers und Frau Alma Odemann. Außerdem mußte der Schriftführer neu gewählt werden. Das Amt übernahm nunmehr Ernst Bruns jr. Das Eintrittsgeld für neue Mitglieder wurde auf DM 5,-- festgesetzt und die alte Satzung von 1928 übernommen. Als neuer Reitlehrer übernahm ab 1.3.49 Paul Berger dieses Amt.

 

Die Reitabteilung unter dem Reitlehrer Paul Berger.

(Ernst Bruns - Richard Bruns - ? - Jürgen Stubbe -? - Hans Eggers -

Alma Odemann)

 

Aus Anlaß des 25-jährigen Bestehen des Vereins fand im März ein Stiftungsfest im „Landhaus Heckkaten“ statt, zu dem die umliegenden Reitvereine aus Vierlanden: Kirchwerder, Ochsenwerder, Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook und Havighorst, die alle inzwischen wieder aktiv geworden waren, eingeladen wurden.

Zur Förderung des Springsports wurden provisorische Hindernisse angefertigt. Der erste „Sponsor“ war die Firma Otto Hengesbach, Billwerder, die ein Hindernis (Mauer) stiftete.

Auf Grund der Mitgliederwerbung hatte sich der Verein auf 40 passive und 15 aktive Mitglieder erhöht. Für einen Monat wurde die Reitausbildung unterbrochen, da die Pferde durch die Herbstbestellung zu sehr in Anspruch genommen waren.

Im Mai fand ein Turnier des RuFV Kirchwerder statt und damit die erste Bewährungsprobe für den Verein. In einzelnen Konkurrenzen konnten recht gute Ergebnisse erzielt werden, während im Wettkampf der Reitvereine nur an letzter Stelle eine Plazierung erreicht werden konnte. In Ochsenwerder gelang es neben guten Einzelergebnissen den „Wanderehrenpreis der Hamburger Marschen“ zu erringen. Auch an einem Turnier in Havighorst wurde teilgenommen. Im September fand das 1.Landesturnier des Landesverbandes Hamburg in Klein-Flottbek statt, an dem Wolfgang Bruns teilnahm.

Eine Fuchsjagd wurde vom Verband der ländlichen Reit- u. Fahrvereine in den Boberger Dünen mit anschließender Kaffeetafel und Festball durchgeführt.

 

1950

 

Der auf der Generalversammlung vorgelegte Kassenbericht wies ein Minus von 61,87 DM. aus. Dieses Defizit wurde von Heinrich v. Have ausgeglichen. Weiter wurde auf der Versammlung beschlossen, den Jahresbeitrag für passive Mitglieder von DM 5,-- auf DM 10,-- zu erhöhen. Dem Ausbildungsstand entsprechend wurden nunmehr zwei Reitabteilungen gebildet und für die aktiven Reiter blaue Jacken angeschafft, die mit dem Vereinsabzeichen versehen waren. Als Dank an die passiven Mitglieder (die man ja auch als Sponsoren betrachten konnte) fand im Juli eine Autoausfahrt an die Ostsee statt. Die Fahrtkosten und das Mittagessen wurde vom Verein übernommen. Da der Reitlehrer sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, wurde der Reitunterricht zunächst von Erik Schepkowski übernommen.

Das Erste offene Turnier wurde am 11.6.50 auf dem Sportplatz in Lohbrügge durchgeführt. Alle ländlichen RuFV waren dazu eingeladen. Das Turnier war in organisatorischer und reiterlicher Hinsicht ein voller Erfolg. An beiden Tagen strahlender Sonnenschein. Die Reitabteilung konnte den 3.Platz erzielen. Auch im Einzelkampf erzielten die Reiter erste und zweite Preise. Edgar Graumann, Jürgen Stubbe und die jüngste Reiterin Irmgard Stubbe erhielten großen Beifall. Am Abend fand bei guter Stimmung der Reiterball im Lokal „Fernsicht“ statt. Von der Bergedorfer Geschäftswelt wurden zahlreiche Preise gestiftet.

 

Die Herren der Turnierorganisation.

V.l.: Ernst Stubbe, Benno Stubbe, ?‚ Bruno Mißler, ?‚ Herr Niemann, ?‚ Richard Stubbe, Erik

Schepkowski.

 

Teilgenommen hatten die Vereine aus Vierlanden, Ochsenwerder, Kirchwerder, Havighorst u. Allermöhe-Moorfleet-Reitbrook. An dem Landesturnier in Klein-Flottbek nahm der Verein

nicht teil, da der Ausbildungsstand den Anforderungen für dieses Turnier nicht gewachsen war. Im Herbst wurde wieder eine Fuchsjagd mit anschließender Kaffeetafel und Tanz veranstaltet, was nunmehr jährlich wiederholt werden sollte.

 

1951

 

Auf der Generalversammlung konnte der Kassenbestand auf Grund der guten Turnier- einnahmen wieder als befriedigend bezeichnet werden. Ehrenfried Claßen hatte sich zusätzlich als Reitlehrer zur Verfügung gestellt. Im Februar fand eine Maskerade im Lokal Heckkaten statt. Ein gemeinsamer Ausflug ging wieder an die Ostsee nach Timmendorf.

An zwei Turnieren (Allermöhe u. Kirchwerder) nahmen die Reiter teil.

 

1952

 

Edgar Graumann wurde zum 2.Vorsitzenden gewählt. Der Ausflug führte in diesem Jahr in die schönsten Gegenden Schleswig-Holsteins, mit einer 5-Seen-Fahrt und anschließendem Baden in der Ostsee. Als Abschluß fand ein gemütliches Beisammensein im „Hotel Schröder“ in Schwarzenbek statt.

Das öffentliche Turnier wurde im August auf dem Sportplatz in Lohbrügge durchgeführt. Ferner wurden Turniere in Ochsenwerder und Havighorst besucht.

In diesem Jahr fanden erstmalig zwei Geländeritte durch den Sachsenwald unter der Führung von Erik Schepkowski statt.

 

1953

 

Auf die pflegliche Behandlung der Hindernisse mußte auf der Hauptversammlung hingewiesen werden, auch sollte in der Winterzeit für eine Unterstellung gesorgt werden. Im Februar veranstaltete der Verein seine Maskerade.

In diesem Jahr wurde an folgenden Turnieren teilgenommen: Allermöhe, Vierlanden, Wilhelmsburg und Aumühle.

Auf initiative von Erik Schepkowski wurde eine 2-tägige Schleppjagd und eine Fuchsjagd durchgeführt. Eine Verbandsfuchsjagd fand im Oktober statt.

 

1954

 

Auf der Hauptversammlung des Landesverbandes hielt Reitmeister Niemann einen Vortrag, in dessen Zusammenhang er auch über die Ausbildung in den ländlichen RV sprach. Für die Zukunft sollte nicht zu intensiv das Abteilungsreiten bevorzugt, sondern die Ausbildung mehr auf das Einzelreiten ausgerichtet werden. Die aktiven Reiter mußten aufgefordert werden, regelmäßig zum Unterricht zu erscheinen. Im März wurde das 30-jährige Jubiläum des Vereins im „Gasthof Heckkaten“ gefeiert.

Turnierbesuche fanden in Kirchwerder und Havighorst statt. Das in Ochsenwärder stattfindende Turnier fiel wegen des schlechten Wetters aus.

 

1955

 

Es gab immer wieder Ärger über die nicht schonende Behandlung der Hindernisse. Um diesen Umstand zu begegnen bzw. um hier Abhilfe zu schaffen wurde Jürgen Stubbe zum Gerätewart gewählt, der sich nun um die sachgerechte Benutzung und Lagerung kümmern sollte. Da Edgar Graumann schon des Öfteren mit Erfolg an auswärtigen Fahrturnieren teilgenommen hatte, wurde von den Mitgliedern vorgeschlagen, doch auch das Fahren im Verein aufleben zu lassen und neben der Reiterei zu betreiben. Zur Unterstützung des bisherigen Reitunterrichts hatte sich Herr Flohr als Reitlehrer bereit erklärt.

Das offene Turnier verlief verhältnismäßig gut. Die Reitabteilung erreichte einen 4.Platz. Weitere Turniere wurden in Vierlanden und Ochsenwerder besucht.

 

1956

 

Auf der Hauptversammlung wurde vorgeschlagen, daß die aktiven Reiter sich einheitliche grüne Jacken beschaffen sollten. Dem Vorschlag wurde zugestimmt und der Verein beschloß, einen Zuschuß zu gewähren. Die Teilnahme des Vereins am Welttierschutztag mit Standarte hatte bei den wohl fast 1.000 Zuschauern eine echte Begeisterung hervorgerufen.

Turnierbesuch in Havighorst (3.Platz mit der Abteilung u. weitere gute Einzelerfolge). Das vom Verein ausgerichtete Turnier fand im Juni statt, wobei die Reitabteilung mit einem

4.Platz nach Hause kam. Auch Edgar Graumann nahm an den Fahrprüfungen mit Erfolg teil. Am Abend fand ein Reiterball im „Lokal Fernsicht“ statt.

 

Edgar Graumann mit Diana im Einspänner

(Beifahrer nicht bekannt).

 

1957

 

Auf der Generalversammlung mußten die aktiven Reiter erneut vom 1.Vorsitzenden ermahnt werden, sich für die bevorstehenden Turniere sorgfältiger vorzubereiten und regelmäßig zum Training zu erscheinen. Neuer Reitlehrer wurde Willi Seifert. Anläßlich der Bergedorfer-Heimatwoche nahmen auch die Reiter des RuFV Billwerder in historischen Kostümen teil.

Der Verein richtete in diesem Jahr kein Turnier aus. Turnierteilnahme in Aumühle, Vierlanden (3 .Platz der Reitabteilung) und Schwarzenbek, wobei auch unter anderem 1. und 2.Plätze erzielt werden konnten.

 

1958

 

Die Senioren Willi Stubbe und Richard Bruns wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, was ihnen anläßlich ihrer Geburtstage übermittelt wurde.

Da der Sportplatz in Lohbrügge nicht mehr zur Verfügung stand, wurde das eigene Turnier im Juni auf dem Boberger Sportplatz „Am Heesen“ durchgeführt. Teilgenommen haben die Vereine: Kirchwerder, Aumühle, Vierlanden und Wilstedt sowie einzelne Reiter aus Havighorst und Schwarzenbek. Die Reitabteilung errang den 3 .Platz. Der Reiterball fand am Abend im „Lokal Fernsicht“ statt. Zwei weitere Turniere in Aumühle und Schwarzenbek wurden besucht.

 

1959

 

Auf der Generalversammlung konnte der Kassenwart einen Kassenbestand von DM 2.135,51 vermelden. Die Versicherung der aktiven Reiter in Höhe von DM 13,- wurde umgelegt, so daß jeder Reiter DM 5,-- zuzahlen mußte. Anläßlich des 35-jährigen Vereinsbestehens gab der Vorstand auf der Versammlung eine Ehrenrunde (Schnaps) aus.

Ein eigenes Turnier wurde nicht ausgerichtet und nur an einem Turnier nahmen Einzelreiter teil.